Update: 3 Bücher, 60 Tage

Was das Lesen angeht, so bin ich im Zeitplan. 30 Seiten pro Tag, das ist ein gutes Tempo. Was allerdings das Schreiben über das Gelesene angeht, merke ich jetzt, dass ich nicht so schnell hinterherkomme, wie ich mir das ausgemalt habe. Daher muss ich meinen Leseplan jetzt anpassen. Wenn ich Yoval Noah Hararis Eine kurze Geschichte der Menschheit also Mitte April fertig gelesen haben, werde ich mich erst einmal darauf konzentrieren, meine Zusammenfassung dazu fertig zu schreiben, was vermutlich zwei zusätzliche Wochen in Anspruch nehmen wird. Ich möchte eben nicht zu hastig vorgehen und noch über das eine Buch schreiben, während ich schon das nächste lese.

Trotzdem möchte ich die Auswahl und Reihenfolge der nächsten beiden Bücher beibehalten:

  • Frankopan, Peter (2016): Licht aus dem Osten. Eine neue Geschichte der Welt. Berlin: Rowohlt.
  • Bellaigue, Christopher de (2018): Die islamische Aufklärung. Der Konflikt zwischen Glaube und Vernunft. Frankfurt am Main: Fischer.

Anhand dieser Auswahl will ich lernen, Lesen und Schreiben aufeinander abzustimmen und beides näher beieinander zu halten.

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Die kognitive Revolution 2

Verschiedene Menschenarten

Die Gattung Homo, die alle Menschenarten umfasst, ging vor ca. 2,5 Mio. Jahren in Ostafrika aus der Affengattung Australopethicus hervor. Vor ungefähr 2 Mio. Jahren breiteten sich die Urmenschen nach Nordafrika und von dort nach Europa und Asien aus. Die Auswanderergruppen entwickelten sich evolutionär entsprechend des jeweiligen Klimas zu verschiedenen, ihrem Habitat angepassten Menschenarten, darunter der Neandertaler (Homo neanderthalensis) in Europa und Westasien, der Homo soloensis auf Java, der kleinwüchsige Homo floresiensis auf der im indonesischen Archipel liegenden Insel Flores, der Homo erectus in den Weiten Asiens und der erst 2010 entdeckte Homo denisova in Sibirien. Es lebten also zur selben Zeit verschiedene Menschenarten in jeweils unterschiedlichen Gegenden, die sich langsam im Laufe der Evolution und unabhängig voneinander ihrer jeweiligen Umwelt anpassten. Das Wissen um diese Arten und ihren Lebensraum geht allein auf Knochenfunde zurück. Mit jedem weiteren Fund ist die Entdeckung einer neuen Art oder einer bereits bekannten Art in einer unerwarteten Gegend möglich, die das Bild unserer Artgenossen weiter zurechtrückt. Wer weiß, was der Boden noch für Geheimnisse für die Zukunft birgt. Wenn im Folgenden von Menschen gesprochen wird, ist also immer die ganze Gattung Mensch mit all ihren Arten gemeint, nicht nur der Mensch, wie wir ihn heute kennen.

Währenddessen ging die Evolution auch in Ostafrika weiter ihren Gang und brachte neue Menschenarten hervor, z. B. den Homo rudolfensis und den Homo ergaster, bis dort vor ca. 150.000 Jahren (was für ein Zeitsprung!) die ersten anatomisch modernen Menschen lebten, Homo sapiens, wie wir sie bescheiden getauft haben, also Menschen, die körperlich nicht von uns zu unterscheiden gewesen wären.

Diese begannen vor 70.000 Jahren von Ostafrika aus erfolgreich ihre Migration, die sie bis in die Gegenwart den gesamten Planten bevölkern lassen sollte. Auf ihrem Siegeszug “eroberten” sie Gebiet um Gebiet: zunächst Nord- und Westafrika sowie den Nahen  und Mittleren Osten, vor 60.000 Jahren erreichten sie Ostasien, vor 45.000 Jahren dann Mitteleuropa und Australien, vor 16.000 Jahren kamen sie schließlich über Sibirien und die damals noch existente Landbrücke der heutigen Beringstraße nach Alaska, 2.000 Jahre später gehörte ihnen Nordamerika und weitere 2.000 Jahre darauf waren sie bis zur äußersten Südspitze Südamerikas vorgedrungen. Auf ihren Wanderungen mussten sie sich also von heute auf morgen an immer neue klimatische und geographische Verhältnisse anpassen, für die die biologische Evolution in der Vergangenheit Zehntausende bis Hunderttausende Jahre, wenn nicht Jahrmillionen gebraucht hatte. Hier stellt sich die Frage: Wie in aller Welt wurde dies vor 70.000 Jahren so plötzlich möglich? Warum genau zu diesem Zeitpunkt? Fest steht: Es muss etwas Einzigartiges in der Geschichte des Lebens auf der Erde geschehen sein, das es diesem Tier erlaubte, sich den Gesetzen der Evolution ein Stück weit zu entziehen und sich nach einem neuen, deutlich flexibleren Prinzip an seine unterschiedlichen Lebensbedingungen anzupassen. Neben diesem Aspekt des kognitiven Quantensprungs, der zur weitläufigen Migration des Homo sapiens führte, stellt sich noch die Frage nach den Auswirkungen seiner Ausbreitung. Denn wo er auftrat, bekam es seine Umwelt unwiederbringlich radikal zu spüren. Bevor es dazu kommen konnte, mussten jedoch erst einmal grundlegendere biologische Veränderungen den Boden bereiten. Ach ja, und: es war wohl letztendlich jede Menge Zufall mit im Spiel.

 

Quelle:
Harari, Yuval Noah (2015): Eine kurze Geschichte der Menschheit. München: Pantheon.

 

Ein Experimentierfeld // an open wound

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Wie ein Graffiti-Künstler seinen Beton, brauche ich unbedingt eine öffentliche Leinwand, auf der ich mich äußern und experimentell herumkritzeln kann. Ich stelle mir diese Plattform sehr persönlich vor. Nicht persönlich im Sinne eines Tagebuchs. Aber offen, wenn nötig auch unangenehm offen wie eine Wunde. Ich will mich hier noch auf keinen Rahmen, in dem das Ganze stattfinden soll, festlegen. Es wird, was es wird.

Meine Name ist Franz Beuys und das ist Learning How To Live.

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in need of a public canvas, this blog comes into being as a field for experimental thought. an open field, that is, resembling (if necessary) an open wound. there is no plan about where this thing is going or what exactly it should be. let’s have some patience and see.

i’m franz beuys and this is learning how to live.